Glossar

Ausführlicher als im Buch, finden Sie hier Hintergrundinformationen zur Welt von ZWÖLF WASSER. Das Glossar wird mit Erscheinen der Folgebände ergänzt, ist also mehr oder weniger chronologisch aufgebaut.

 

I. KALENDER

Solder, Manor, Zehne
Die Welsen kennen nur zwei Jahreszeiten, Lendern und Firsten. Das Jahr (Solder) hat zwölf Monate (Manor) mit jeweils dreißig Tagen. Die Monate werden gedrittelt in Zehnen, so ergibt es sich, dass jeder Monat eine erste, zweite und dritte Zehne hat. Diese Einteilung wurde von allen zivilisierten Völkern, allen voran den Pramern, mehr oder weniger übernommen und hat auch nach dem Sturz der Welsen noch Bestand.

Haf und Maza
Die Differenz zum Sonnenjahr wird ausgeglichen durch die Haf, eine Spanne von vier zusätzlichen Tagen, die an den letzten Lendernmonat angehängt wird. Während in Pram und den meisten Gegenden Kwothiens die Haf als eine Art Erntefest begangen wird, begegnen die Welsen dem nahenden Firsten mit Kampf: Während der Hafnächte treten die Soldaten im Schwertkampf gegeneinander an und demonstrieren ihr Können. Die Haf ist die einzige Gelegenheit, bei der mit scharfen Waffen gekämpft wird; Verletzte sind aber selten. Die Merzer kennen weder Haf noch Kremlid – ihr wichtigstes Fest ist die Maza, das Schlachtfest, das zur Sommersonnenwende stattfindet.

Kremlid
Trotz der Haf addiert sich eine Diskrepanz zum Sonnenjahr. Alle fünf bis sieben Soldern wird deshalb (vor allem in Pram) die Kremlid begangen, ein sieben Tage dauerndes Feuerfest, das an die Niederwerfung der Welsen erinnert. Die Welsen feiern die Kremlid in ihrer ursprünglichen Form, als Sieg der Menschen über die Dämonen, die mit Feuer assoziiert werden.

Zeitrechnung
Die neue Zeitrechnung beginnt mit dem wichtigsten historischen Ereignis: der großen Feuerschlacht, die den Untergang des Welsenreichs zur Folge hatte. Sie markiert das Jahr null. Wir schreiben das Jahr 107. Alles, was vor der Schlacht war, wird mit anda datiert, alles danach mit tergde.

Jahreszeiten und Manoren

Lendern wörtlich eisfrei; Frühling und Sommer; umfasst die Monate März bis August
  Martis März
  Nist April
  Erst Mai
  Siran Juni
  Weslan Juli
  Weld August
Firsten wörtlich überkrustet; Herbst und Winter; umfasst die Monate September bis Februar
  Temrest September
  Parsten Oktober
  Nors November
  Kerst Dezember
  Genner Januar
  Felt Februar

 

Die Zehnentage

Die Namen der einzelnen Tage der Zehne gehen nicht auf die Welsen zurück, sondern wurden von der Allianz der Siegermächte in der Feuerschlacht bestimmt und erinnern größtenteils an die wichtigsten beteiligten Persönlichkeiten.

Palmon 1. Tag; Name des Fürsten von Pram
Deller 2.Tag; keine Zuordnung; wörtlich der Zweite
Iller 3. Tag; keine Zuordnung; wörtlich der Dritte
Silhad 4. Tag; Name eines Heerführers der Kwother
Horghad 5. Tag; Name eines Heerführers der Kwother, Bruder von Silhad
Eukosi 6. Tag; Name des Königs der Steppenläufer
Asli / Asing 7. Tag; Name einer segurischen Adeptin; beide Versionen sind gebräuchlich
Efrid 8. Tag; Name der Königin der Welsen, verbrannt
Farled 9. Tag; Name des Prinzen der Welsen, verbrannt
Farsten 10. Tag; Name des letzten Welsenkönigs, verbrannt

 

Die Welsen kennen diese Bezeichnungen zwar, verwenden sie aber nicht. Wenn die Welsen einen Tag genau benennen wollen, zählen sie einfach durch – bestimmen also ein Datum.

 

II. Sprachen

Welsisch war anda (in der Zeit davor, also vor der Feuerschlacht) die meistgesprochene Sprache der zivilisierten Welt und viele Begriffe und Worte haben sich, ebenso wie der Kalender, bis heute erhalten oder sind „eingepramscht“ worden.
Mit dem Aufstieg von Pram zum Handels- und Machtzentrum, wurde Pramsch die wichtigste Sprache des Kontinents.
Selbstverständlich sprechen auch Seguren, Kwother oder Merzer ihre eigenen Sprachen. Eine Gemeinsprache gibt es nicht. Wer international Geschäfte machen oder kommunizieren möchte, muss Pramsch sprechen. Wer gute Literatur lesen will oder an Wissenschaft interessiert ist, sollte außerdem Segurisch lernen.

 

III. Währung

Fürst Palmon von Pram war es gelungen, die Kwother zu überzeugen, den Dus als Währung zu akzeptieren. Heute werden alle (seriösen) Handelsgeschäfte des Kontinents in Dus und Petten abgewickelt. Insbesondere bei den Merzern hat sich aber der Tauschhandel erhalten; die wichtigste „Währung“ sind dort nach wie vor Kafur, die großen Rinder des Langen Tals.

Dus (Plural: Duro) Feingoldmünze
Tes (Plural: Tessel) 1/3 Dus; tatsächlich eine dreieckige Münze
Sed (Plural: Sedra) Silbermünze; 75 Sedra sind ein Dus
Petten (Plural: Petten) 1/4 Sed; quadratische, gelochte Silbermünze
Rellies (nur Plural) Gelochte Kupfermünzen ohne großen Wert, werden meist als Almosen verteilt oder als Trinkgeld gegeben. Als Zahlungsmittel nur akzeptiert zusammengebunden zu Schnüren à 30 Rellies. 3 Schnüre entsprechen ungefähr 1/2 Petten.

 

IV. Begriffe und Orte in BUCH EINS „Zu den Anfängen“

Bei den Merzern

Merz längster Fluss des Kontinents, fließt durchs Lange Tal, also das Land der Merzer, und mündet in den Pramsee
Kafur das große, büffelähnliche Rind der Merzer
Stockmus Hauptspeise der Merzer; eine Art Eintopf aus verschiedenen Getreidesamen, meist Weizen und Hafer, und Kafurfleisch. Wird mit einem Stößel (Stock) gestampft.
Maza wichtigstes Fest der Merzer; Schlachtfest zur Sommersonnenwende
Bator Ban Hauptstadt der Merzer, wörtlich Stadt von Bator; Ban: Stadt, Siedlung
Bascha Koseform; wörtlich Kälbchen oder kleiner Bruder
Thon Clanführer oder König; oberster Herrscher der Merzer
Clan Verbund verschiedener, meist in komplizierten Verwandtschaftsverhältnissen untereinander verknüpfter Familien; alle Mitglieder eines Clans tragen denselben Nachnamen.
Horde ein Gebiet, das ein Clan für sich beansprucht; die Grenzen sind nicht festgelegt
Luk-sir Bezeichnung für einen Hirten, der die traditionelle Prüfung bestanden hat; wörtlich Wolfstöter
Szasla ein sehr großer und schwerer Falke (vergleichbar mit einem Kondor, Flügelspannweite bis zu drei Metern) aus der Alten Zeit – einer mythischen Vorzeit, der die Legenden der Völker des Kontinents entspringen
Juhut Herz; aber auch: Leben oder Mittelpunkt
an, ras, he Zahlwörter: eins, zwei, drei
Juhut-ras bedeutet wörtlich zweites Herz oder zweites Leben.
Fur-sir Trinkspruch, kurz für kafur-sir, wörtlich totes Kafur
Die Merzer trinken gern und oft ein starkes Bier, das einen Mann wie ein „totes Kafur“ hinstrecken kann, wenn er nicht aufpasst.
Derst-pir Krankheit, die vor allem die Gerber heimsucht; wörtlich rote Hand
Die Derst-pir ist eine Erkrankung der Leber, hervorgerufen durch den ständigen Kontakt mit giftigen Substanzen, mit langsamem Verlauf aber immer tödlichem Ausgang.
Länge übliches Längenmaß der Merzer; entspricht ungefähr zweieinhalb Metern, der Länge eines ausgewachsenen Kafurs vom Kopf bis zum Schwanz

 

Bei den Welsen und in Pram

anda damals, in der Zeit davor (vor der großen Feuerschlacht)
tergde heute, in der Zeit danach
Berst ein unermesslicher Abgrund, von Wolken bedeckt
Legenden besagen, dass im Berst Welten geboren werden und dort auch wieder hineinstürzen, wenn alle Zeitalter vollendet sind.
Merger verteilt Essens- und Brennstoffrationen
Goradt Bergstadt der Welsen
Wandt ehemalige Hauptstadt der Welsen, zerstört
Unda Die Undae sind eine Gemeinschaft von Frauen, die Wasser lesen können
Eine Unda mischt sich (normalerweise) nicht ins Weltgeschehen ein, sondern ist eine stumme Wächterin.
Lorded wörtlich Raum der Gehorsamen; Offiziersheim
Marded wörtlich Raum des Stolzes; ehemalige Versammlungshalle, heute Depot, Waffenlager
Gerded wörtlich Raum der Räder; Zugang zu den Kohleminen
Hadred wörtlich Raum der Hämmer; die große Schmiede der Welsen
Wiatraïn sagenhafte Stadt in den Wolken über dem Berst
Nukk große Bergziege, Reittier der Welsen
Marmling ein etwa hasengroßes Nagetier
Sedrabra eine Raubkatze; wörtlich matt silbrig oder auch stumpf (bei Metall)
Ganse Tee, Kräuteraufguss; Nationalgetränk der Welsen
Grauglanz Antimon, Halbmetall; verbrennt weiß-bläulich. Die Welsen färben mit Grauglanzpulver ihr Kremlid-Feuer, den Trelled, weiß.
Weißglanz Arsenik; Nebenprodukt der Verhüttung. Die Welsen benutzen Weißglanz in geringen Mengen zur Leistungssteigerung, verkaufen aber den Großteil der Droge an reiche Pramer. Weißglanz ist stark appetitanregend und macht süchtig.
First Bligren zwei mächtige Wachtürme über dem Pass nach Goradt, errichtet „in der Zeit davor“; wörtlich: eisbedeckte Brüder
Quelljungfer große und farbenprächtige Libellenart; die Quelljungfern sind nur an den zwölf Quellen zu finden und auch hier nur an denen, die gut behütet und intakt sind. Laut den Undae verbinden die Quelljungfern die Elemente Luft und Wasser.
Pram größte Stadt der bekannten Welt, Handels- und Machtzentrum des Kontinents
Eldron großer und teilweise sehr breiter Fluss; trennt die Lande von Pram von den Aschenlanden (dem ehemaligen Welsien) und ist ein wichtiger Handelsweg
Bosre südlichstes Viertel von Pram, ehemals eine eigenständige Stadt, die hauptsächlich vom Holzhandel lebt
Hama wichtigste Schule bzw. Universität; von Exil-Seguren in Pram gegründet

 

Unterwegs

Lucher Geschöpfe, die in den Sümpfen nördlich des Pramsees leben; Mischung zwischen Mensch und Kröte
Boirad ein Wald; auch Nebelwald oder Boirad Fotra, der Alte Wald genannt
Der Boirad hat eine eigenartige Wirkung auf die Psyche eines Menschen, insbesondere auf Zeitempfinden und Erinnerungsvermögen.
Der Vergessene Steig markiert den Übergang von Kontinent und Berst, von realer Welt und einer anderen, zeitlosen Dimension.
Szasran ein Falkner bzw. die Person, die an eine Szasla gebunden ist; durch einen Szasran entsteht eine Verbindung der mythischen Alten Zeit mit der Jetztzeit
Gam Orodae Begriff für die drei wichtigsten Quellen der Hoffnung, Erkenntnis und Liebe; wörtlich große Ursprünge

 

V. Begriffe und Orte in BUCH ZWEI „In die Abgründe“

In Kwothien

Hal mittelgroße kwothische Stadt am Ufer des Eldrons
Nadhina-Mmet eine kwothische Totenstadt; hier werden die männlichen Mitglieder einer (Groß-) Familie in steinernen Sarkophagen bestattet, und zwar jeweils der Sohn auf dem Vater
Ghajel  ein kleines, rehartiges Tier mit weißem Fell und ätzendem, übel riechendem Speichel; Ghajels sind Geschöpfe der Alten Zeit, die in den kwothischen Totenstädten bis heute überdauert haben
Gem-Enedh kwothische Stadt im Landesinnern
Dhurmmet ein Veteran der Feuerschlacht; wörtlich: Einer, der sich nach dem Tod sehnt, das Suffix –mmet bedeutet tot bzw. gestorben
Globa Gebirgsfluss in Kwothien; entspringt aus der Quelle der Gerechtigkeit
Jas Lahwiach-Dhe die Brücke der zwei Seelen; ein imposantes Bauwerk, das eine Verbindung zwischen der Quelle der Gerechtigkeit und der Quelle der Liebe darstellt und heute eingestürzt ist
die Freien Söhne Söhne von Dhurmmets, die sich von den Vätern abgewandt und der nord-kwothischen Streitmacht um Dern angeschlossen haben
nar kwothisch: Ja
Dhermjet-Dhe andere Bezeichnung für Nord-Kwothien; wörtlich: Zwischen-Zwei, was auf die Lage des Landstrichs zwischen den Flüssen Naryn und Globa anspielt
Gham-Sarandh nord-kwothische Küstenstadt und Handelshafen, Anlaufpunkt für die Seeleute aus Irpen
Jirdh Hauptstadt Kwothiens

 

In Pram

Esunian pramsch: Schwamm
Trosser ein hoher Bediensteter am Hofe Mendrons, vergleichbar einem Truchsess
Ignamalja ein Schimpfname, den Estrid von den Pramern bekommt; wörtlich: Feuerkopf
Hama Enfra die Segurenstadt unter Pram; wörtlich: Unter-Hama

 

Auf dem Meer

Euler ein seltenes Windwesen; von manchen Seeleuten missbraucht als Mittel, um bei Flaute Vortrieb zu erzeugen
Königsfluchten-Inseln Inselgruppe, die zu Kwothien gehört und die Totenstadt der kwothischen Könige beherbergt
Singivera Ingwer
Beridh Oroda eine Kalte Quelle, die am Meeresgrund entspringt
Himmelsnehmer ein Instrument, das zur Positions- und Zeitbestimmung dient: ein Astrolabium
Keire Bhrahin ein großer Strudel in der Nähe der Königsfluchten-Inseln

 

Im Süden

Agen    Hauptstadt der Seguren, in einem Hochtal zwischen zwei großen Seen gelegen
Hama Lentra   die große Bibliothek (mit dazugehöriger Hochschule) in Agen; wörtlich: Erste Schule
Linrade fließt aus einem der Agen-Seen in den Eldron ab; die Brücke über die Linrade ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung
die Verlorenen die Inselgruppe im Delta des Eldrons
die Schleierfelder ein weites Gebiet im Südosten des Kontinents, wo kein Gebirge die Wolken des Bersts daran hindert, weit ins Landesinnere zu ziehen
Avikenien eine Baumart, die im Gebiet der Verlorenen wächst, vergleichbar mit Mangroven
die Pforte des Südens der Übergang vom eigentlichen Flusslauf des Eldrons ins Mündungsgebiet
Ubid Engat die ungezählten Schluchten; ein großes, den Menschen des Kontinents weitestgehend unbekanntes Gebiet – tiefe, wasserdurchströmte Schluchten, Canyons und Höhlensysteme durchziehen hier die Landschaft
Mante und Kabte welsische Bezeichnungen für die Tropfsteinformen Stalaktit und Stalagmit; das Suffix -te bedeutet Stein
Kranger ord Te welsisch: Ring im Stein; für welsische (Ehe-)Paare ist es ein Zeichen von Verbundenheit, einen Ring zwischen einem Stalaktit und einem Stalagmit „einwachsen“ zu lassen
Zweispat Calcit; ein häufig vorkommendes Mineral, das Kristalle entwickelt, die sich durch eine besonders hohe Doppelbrechung auszeichnen
Sedrowes bezeichnet sowohl den Baum als auch seine Frucht, eine süßlich schmeckende Nuss; Lindnuss-Bäume wachsen nur in einem bestimmten Tal nahe der Quelle der Wahrhaftigkeit
Meussel segurisch; bezeichnet eine kleine Zwischenmahlzeit oder Leckerei
Gaspen kleine segurische Stadt am Unterlauf des Eldrons
Nirwen Stadt am Rande der Marga, der großen Wüste; die Menschen aus Nirwen und den umliegenden Bergen werden von den Seguren aus Gaspen und Agen als rückständig empfunden
Swaguren Schimpfwort für Seguren aus Nirwen und Umgebung; segurisch „swag“: finster
Syllenk ein Zauberkundiger