Es überkommt dich ein seltsam ungutes Gefühl …

Erstellt am 1. April 2014

… beim Betrachten dieser Megaportraits. Warum? Der Künstler Daniel Boschung erklärt es so:

«Meine Porträts bilden die Realität künstlich ab.»

Denn um ein Riesenfoto zu machen, das Gesichter zu Landschaften werden lässt, muss das Modell erst einmal stillsitzen: 600 Fotos in 30 Minuten ergeben 1 Bild. Ein Roboter macht die Einzelfotos, zusammengesetzt ergeben sie „… das Urbild der fotografierten Person – neutral und nüchtern, ehrlich und echt. Das fertige Bild ist eine Komposition aus digitalen Fragmenten und keine Momentaufnahme, obwohl es so wirkt.“

Gesichtslandschaften

Und genau das ist es, was einem diese Fotos so faszinierend-fremd macht. Bei so vielen Details sagt der Verstand: Ein echtes Foto einer echten Person. Der Bauch jedoch glaubt es nicht. Man spürt die Künstlichkeit. Und zwar die Künstlichkeit der perfekten Wirklichkeit. Das ist ein nicht neues, aber immer wieder interessantes Phänomen: Das Uncanny Valley

Als Uncanny Valley (engl. „unheimliches Tal“) bezeichnet man allgemein einen empirisch messbaren, paradox erscheinenden Effekt in der Akzeptanz von dargebotenen künstlichen Figuren auf die Zuschauer.

Dieses unheimliche Tal durchwandern üblicherweise AI-Entwickler jeglicher coleur – wenn sie gut sind. Denn wenn die künstliche Intelligenz einen ganz bestimmten Menschlichkeitsgrad erreicht, mögen wir Menschen das nicht. Oder mal ganz einfach so gefragt: Wann waren Sie jemandem jemals so nah wie dieser fremden Person, in die Sie gerade hinein gezoomt sind? Und hätten Sie es lieber nicht getan?

 

 

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